Der 10. Mai beschreibt einen schwarzen Tag in der Welt der Literatur. 1933 ließen die Machthaber eines verbrecherischen, menschenverachtenden Regimes Bücher, die ihnen missliebig waren, verbrennen. Bücherverbrennung.

Die Werke Berthold Brechts wurden ebenso von den Nationalsozialisten vernichtet. Die Machthaber erkannten ihm 1935 die deutsche Staatsbürgerschaft ab. Im Exil im dänischen Skovsbostrand verfasste er folgedendes:

Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen
Öffentlich zu verbrennen, und allenthalben
Ochsen gezwungen wurden, Karren mit Büchern
Zu den Scheiterhaufen zu ziehen, entdeckte
Ein verjagter Dichter, einer der besten, die Liste der
Verbrannten studierend, entsetzt, daß seine
Bücher vergessen waren. Er eilte zum Schreibtisch
Zornbeflügelt, und schrieb einen Brief an die Machthaber.
Verbrennt mich! schrieb er mit fliegender Feder, verbrennt mich!
Tut mir das nicht an! Laßt mich nicht übrig! Habe ich nicht
Immer die Wahrheit berichtet in meinen Büchern? Und jetzt
Werd ich von euch wie ein Lügner behandelt! Ich befehle euch, Verbrennt mich!

Zum Gedenken erinnerten gestern Autoren des Verbands deutscher Schriftsteller und Freunde, an die Kollegen, deren Bücher Opfer dieses pervertierten Systems wurden.